Düsseldorf, 19. Oktober 2009 - Die Kreditklemme
bleibt Top-Thema für den deutschen Mittelstand. Eine
Blitzumfrage der Kfw Bankengruppe http://www.kfw.de unter
Finanzierungsexperten der führenden Wirtschaftsverbände
verzeichnete einen Anstieg der Verbände, die
verschlechterte Bedingungen melden, und zwar von einem
Drittel auf 41 Prozent. Die Verschlechterung äußerte
sich in erster Linie in Form von vermehrt geforderten
Sicherheiten, aber auch höheren Zinsen oder höheren
Anforderungen an Offenlegung von Informationen und
Dokumentation. Von diesen zunehmend schwierigeren
Finanzierungsbedingungen waren einzelne Branchen wie die
Automobilindustrie sowie Teile der Metall- und
Elektroindustrie besonders stark betroffen.
Auch wenn bei den zuständigen Bundesministerien für
Wirtschaft und Finanzen sowie bei der Bundesbank die
Situation weniger dramatisch gesehen wird, sind
Finanzierungsengpässe in etlichen Branchen und für viele
Unternehmen mittlerweile existenzgefährdend. Dabei wisse
die Regierung genau, so berichtet das Handelsblatt
http://www.handelsblatt.de, dass sie „die Banken nicht
dafür kritisieren kann, wenn sie sich ihre Risiken jetzt
genauer anschauen und die Kreditkosten steigen.“ Die
Lage der Banken sei alles andere als rosig, analysiert
Handelsblatt-Autor Frank M. Dost: „Nach Abschreibungen
auf Wertpapiere in Rekordhöhe rollt jetzt eine Welle von
Kreditausfällen auf sie zu. Der WestLB-Vorstandschef
Voigtländer stellt sich wegen der Wirtschaftskrise
bereits auf einen ‚eiskalten Winter’ ein, der
Auswirkungen bis ins kommende Frühjahr haben werde.
Kreditausfälle werden das Eigenkapital schmälern, was
sich negativ auf die Kreditvergabe auswirken wird.“
Für viele Experten und Unternehmen sind dies allerdings
schon bittere Wahrheiten und keine Zukunftsszenarien. So
hat das Münchener Ifo-Institut http://www.cesifo-group.de
im September vor allem Probleme für das verarbeitende
Gewerbe ausgemacht. „Dort erhöht sich die Kredithürde
von 45,9 % auf 46,5 %. Bemerkenswert ist insbesondere,
dass die Kredithürde bei den großen Industriefirmen
erneut gestiegen ist, und zwar von 51,8 Prozent % im
August auf nun 54,5 %. Das ist der höchste Wert seit
Beginn der Befragungen im Sommer 2003. Besonders stark
stieg auch der Anteil der kleinen Firmen, die sich
beklagen, nämlich von 40,4 % auf 43,2 %“, heißt es
dort. Die Untersuchung basiert auf etwa. 4.000 Meldungen
von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Darin
enthalten sind das verarbeitende Gewerbe, das
Bauhauptgewerbe, der Großhandel und der Einzelhandel.
„Die Diskussion, ob Deutschland unter einer Kreditklemme
leidet oder nicht, ist nicht nur ärgerlich sondern auch
gefährlich“, warnt unterdessen Mario Ohoven, Präsident
des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW)
http://www.bvmw.de. „Während Wirtschaftsforscher,
Bankenvertreter und Politiker ebenso akademisch abgehoben
wie semantisch spitzfindig über Begrifflichkeiten
streiten, geht in Tausenden Betrieben mangels Liquidität
das Licht aus“, kritisiert der Unternehmer. Dabei
zeigten sich die genossenschaftlichen Volks- und
Raiffeisenbanken sowie Sparkassen weniger zugeknöpft als
private Geschäftsbanken und Landesbanken. „Allerdings
stehen deutsche Banken mit ihrer
Kreditverhinderungspolitik im EU-Vergleich nicht allein.
So sanken in der Euro-Zone die Darlehen an Unternehmen im
Juli gegenüber dem Vormonat um 35 Milliarden
Euro“, so Ohoven. Er befürchtet weiterhin, dass „die
Banken über den Hebel von Sicherheiten und
Risikoaufschlägen kreditsuchende Klein- und
Mittelbetriebe am ausgestreckten Arm verhungern lassen“
und fordert in Anlehnung an die Mahnung des
Bundespräsidenten von den Banken die Rückkehr zum
„Brot- und Buttergeschäft“.
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