Das Kündigungsschreiben im Postfach, peinlich berührte Kollegen, die es bereits vorher wussten, und der Chef ist nicht zu sprechen – auf einer Top-Ten der missglückten Kündigungsgespräche hat dieser Personalverantwortliche gute Chancen auf einen der vorderen Ränge. Er hat nicht nur zwischenmenschlich vor dem zu entlassenden Mitarbeiter versagt, er hat auch dem Betriebsklima nachhaltigen Schaden zugefügt: Warum sollten die Kollegen sich weiterhin engagieren, für die Firma einsetzen, wenn das Unternehmen beziehungsweise der Vorgesetzte am Ende so mit einem Angestellten umspringt?
Es obliegt dem Personalverantwortlichen, wie die Kommunikation der Kündigung vonstatten geht; eine Trennung muss nicht zwangsweise im geschäftlichen „Rosenkrieg“ oder emotionalen Tiefschlag enden – das neue Schlagwort lautet „Trennungsmanagement“; Personalberater rüsten damit Führungskräfte für die vielfältigen Konfliktpotentiale einer Kündigung. Die Message: Auch Trennen will gelernt sein – wovon beide Seiten nur profitieren können: Die Führungskraft, die besser gerüstet unter weniger Druck das Gespräch führen kann und der Mitarbeiter, der trotz einer Kündigung nicht das Gefühl vermittelt bekommt, sein Gesicht zu verlieren.
Leider sind nur wenige Personalentscheider vorbereitet auf die Führung von Kündigungsgesprächen. Selbst bei Berücksichtigung aller sozialen Aspekte berichten Manager immer wieder über Unwohlsein, Schlafstörungen und Herzbeschwerden vor einem Trennungsgespräch. „Das Entscheidende ist die Erkenntnis, selbst stets der Gesprächsführer zu sein und nicht das schwierige Gespräch aus der Hand zu geben“, so die Hamburger Karriere- und Managementberaterin Andrea Schottelius.
Hier die Tipps für Führungskräfte der Beraterin:
· Achten Sie darauf, dass vor dem
Gespräch mit dem Mitarbeiter keiner seiner Kollegen von
der Kündigung erfährt.
· Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor: Welche
Faktoren machen die Kündigung unumgänglich? Wie können
Sie auf mögliche Einwände reagieren?
· Seien Sie ehrlich: Beschönigen Sie nicht die
Situation, geben Sie Ihrem Mitarbeiter ein konstruktives
Feedback.
· Geben Sie ihm genügend Zeit für seine Reaktionen wie
Wut oder Tränen: Bieten Sie gegebenenfalls ein weiteres
Gespräch in ein paar Tagen an, wenn der Mitarbeiter sich
wieder gesammelt hat.
· Seien Sie auch in den nächsten Tagen stets offen für
weitere Fragen des gekündigten Mitarbeiters.
Wie bei jeder Kommunikation ist auch im
Kündigungsgespräch das „Wie“ entscheidend: Auf
welche Art und Weise eine Nachricht übermittelt wird, ist
oft nachhaltiger für das Gegenüber, als der eigentliche
Inhalt. Was hängen bleibt nach einer „schlechten
Nachricht“ wie einer Kündigung, ist zu erheblichem Teil
auch das Gefühl, wie man als Mensch behandelt wurde –
entscheidend ist das Selbstwert-Gefühl, das in einem
Trennungsgespräch nicht leiden darf.
Ein Trennungsprozess ist ohne Zweifel sehr konfliktträchtig. Wichtig ist zu wissen, was es zu beachten und welche Fehler es zu vermeiden gilt, damit die Trennung ohne unnötige Kosten und mit möglichst geringen Verletzungen der Persönlichkeit aller Beteiligten vollzogen werden kann. Eine „verantwortungsvolle“ Trennung ist immer ein Drahtseilakt – doch Personal-„Verantwortliche“ im eigentlichen Wortsinne können lernen, mit den betroffenen Mitarbeitern ein zielführendes Gespräch zu führen - auf Augenhöhe.
Weitere Informationen dazu erhalten Sie direkt bei Andrea Schottelius, Personal Management Coaching, Klosterstieg 8, 20149 Hamburg, per Tel./Fax: 040/ 4135 4033, oder im Internet unter www.AndreaSchottelius.de und per E-Mail: info@AndreaSchottelius.de



