Ein rotes Sofa tourt durch Deutschland. Vom 26. August bis 10. September 2010 wird es auf zentralen Plätzen in den Städten aufgestellt, damit Politiker und Sozial-Experten sowie die Klienten der Berufsbetreuer darauf Platz nehmen können und miteinander ins Gespräch kommen. Die Themen, die zur Diskussion stehen, habe große Brisanz:
? Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland benötigen
professionelle Lebenshilfe (in Berlin-Brandenburg sind es
mehr als 102 000 Menschen)!
? Für die gesetzliche Betreuung eines alten, behinderten
oder psychisch kranken Menschen sieht das Vergütungsrecht
durchschnittlich nur drei Arbeitsstunden im Monat vor!
? Durch die veränderte Sozialgesetzgebung ist der
Arbeitsaufwand erheblich gestiegen, ohne dass die
Regelarbeitszeit pro Klient angepasst wurde!
? Mit durchschnittlich 16 Euro Realeinkommen pro
Arbeitsstunde verdienen die akademisch ausgebildeten
Berufsbetreuer/innen weniger als Bürohilfskräfte!
? Weil die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19
Prozent im Januar 2007 nicht mit einer Erhöhung des
amtlichen Vergütungssatzes einherging, ist der
Realverdienst der Berufsbetreuer/innen heute geringer als
noch vor vier Jahren!
? Berufsbetreuer/innen sind nicht als Freiberufler
anerkannt und müssen deshalb von ihrem geringen Einkommen
auch noch IHK-Beiträge abführen!
? Ohne unentgeltliche Mehrarbeit der Berufsbetreuer/innen
könnten viele ihrer Klienten nicht seriös betreut
werden!
? Die Attraktivität der Arbeit der Betreuer/innen leidet
darunter, dass ihre Tätigkeit noch immer nicht als Beruf
anerkannt ist!
Mit der Aktion „Sozial & Fair“ (SoFa 2010) ihres
Berufsverbandes BdB wollen die mehr als 6 000
Berufsbetreuer/innen auf diese dramatische Situation in
der rechtlichen Betreuung aufmerksam machen.
Ihr Forderungskatalog umfasst drei Kernpunkte:
1. Abkehr von einer Pauschalierung der
Arbeitszeit pro Klient, hin zur Finanzierung des
tatsächlich notwendigen Aufwands je Einzelfall.
2. Erhöhung der Vergütung auf mindestens 50,00
Euro netto pro Arbeitsstunde sowie Dynamisierung der
Vergütung zur Absicherung der wirtschaftlichen
Existenz.
3. Anerkennung der Tätigkeit der
Berufsbetreuer/innen als Beruf, für den als Qualifikation
ein Masterstudiengang nachgewiesen werden muss.
Neben diesen Hauptpunkten gibt es eine Reihe weiterer
Forderungen, für deren Umsetzung der BdB bereits
Vorschläge vorgelegt hat. Sie wurden den Entscheidern in
Politik und Verwaltung zugeleitet. Jetzt geht es darum,
dass gehandelt wird und die Rahmenbedingungen der
rechtlichen Betreuung tatsächlich verbessert werden,
damit alte, behinderte und kranke Menschen auch künftig
ausreichend betreut werden können.
Mit der Kampagne „Sozial & fair“ macht der BdB auf die
aktuelle Situation der Berufsbetreuer/innen aufmerksam und
stellt seine Forderungen öffentlich zur Diskussion. Die
Aktion beginnt am 26. August in Hamburg. Zwei Wochen
später wird sie am 10. September 2010 in Berlin mit einer
Abschlussveranstaltung auf dem Potsdamer Platz ihren
Höhepunkt haben.
Über den BdB
Der Bundesverband der Berufsbetreuer/innen e.V. (BdB)
zählt mehr als 6.000 Mitglieder und wurde 1994 im Zuge
des neuen Betreuungsrechts gegründet. Damit ist der BdB
die größte Interessenvertretung des Berufsstandes
"Betreuung". Der Verband vertritt berufsständische
Interessen bei Politik und in der Öffentlichkeit,
entwickelt den Beruf fachlich weiter, setzt sich für die
Qualitätsentwicklung und -sicherung in der
Betreuungsarbeit ein und bietet umfangreiche Service- und
Dienstleistungen.
Zur Kampagne
Weitere Informationen können online recherchiert werden
unter
http://www.bdb-ev.de/110_Aktuelle_Kampagne.php
oder http://www.bdb-ev.de/109_BdB-Pressemitteilungen.php.
BdB – Bundesverband der Berufsbetreuer/innen
Landesverbände Berlin & Brandenburg
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