"Es ist beunruhigend festzustellen, dass demokratische Staaten wie Frankreich, Italien oder die Slowakei jedes Jahr weitere Plätze in der Rangliste verlieren", sagte Jean-François Julliard, ROG-Generalsekretär bei der Vorstellung der Rangliste 2009.
So hat beispielsweise Frankreich (43.) im Vergleich zum vergangenen Jahr acht Ränge verloren, Italien (49.) ist um fünf Plätze abgestiegen und die Slowakei (44.) sogar um 37 Plätze abgerutscht. Auch Bulgarien (68.) zeigt einen Abwärtstrend. Der EU-Beitrittskandidat Türkei sinkt um 20 Plätze im Ranking und steht damit auf Rang 122. Damit werden eine Reihe von EU-Staaten in diesem Jahr von Staaten mit parlamentarischem System in Afrika - Mali (30.), Südafrika (33.) und Ghana (27.) - sowie in Lateinamerika - Uruguay (29.) und Trinidad und Tobago (28.) - überholt.
Trotz bedeutender Abwärtsbewegungen besetzen europäische Staaten weiterhin die Mehrheit der ersten 20 Plätze. Deutschland steht in diesem Jahr auf Platz 18 (2008: 20): Als kritisch bewertet wurde unter anderem das im vergangenen Januar in Kraft getretene BKA-Gesetz, das dem Bundeskriminalamt die Möglichkeit der Durchführung von Online-Durchsuchungen und Überwachung der Telekommunikation einräumt. Negativ ins Gewicht fielen auch Tendenzen der Pressekonzentration, der immer noch unzureichende Zugang zu öffentlichen Informationen sowie vereinzelte Fälle von körperlichen Übergriffen auf Journalisten.
Bei der Betrachtung
der Entwicklung außereuropäischer Staaten fallen
insbesondere die großen Rangverluste des Irans sowie
Israels ins Auge: Der Iran (172.) gehört zu den
Schlusslichtern auf der Liste, hinter ihm folgen nur noch
Turkmenistan (173.), Nordkorea (174.) und Eritrea (175.)
Israel verzeichnet einen Absturz um 47 Positionen und
liegt nun auf Platz 93.
Dahingegen konnten sich die Vereinigten Staaten (20.) in
diesem Jahr um 16 Plätze verbessern.
Detaillierte
Informationen zur ROG-Rangliste sowie zu einzelnen
Regionen finden Sie hier: www.reporter-ohne-grenzen.de/ranglisten/rangliste-2009.ht
ml
Zur Erstellung der Rangliste
Für die Rangliste wurden Verstöße gegen die
Pressefreiheit genauso wie Bemühungen der Staaten, dieses
Menschenrecht umzusetzen im Zeitraum von September 2008
bis Ende August 2009 berücksichtigt.
Anhand eines Fragebogens wurden hierzu unsere
Partner-Organisationen, unser Korrespondenten-Netzwerk
sowie Journalisten, Rechercheure, Juristen und
Menschenrechtler in den jeweiligen Ländern befragt.
"Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar" ist auch das Motto einer aktuellen Kampagne von Reporter ohne Grenzen zum 15-jährigen Jubiläum der Organisation in Deutschland. Das Thema geht uns alle an... Kampagnen-Trailer auf http://www.youtube.com/watch?v=cDQo4HzIb7Q
Pressekontakt:
Anja Viohl
presse@reporter-ohne-grenzen.de
Tel.: 030 615 85 85



