Bonn/Düsseldorf, 21. Mai 2010 - Das Licht am Ende des
Tunnels leuchtet strahlend hell: Nach einem kräftigen
Umsatzrückgang im Jahr 2009 sehen sich die deutschen
Personalberater im laufenden Jahr im Aufwind. Die
Nachfrage der Unternehmen nach Unterstützung bei der
Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften nach dem
Krisenjahr soll 2010 gerade in den für die
Personalberater besonders wichtigen Branchen des
Verarbeitenden Gewerbes und des Finanzwesens stärker
ausfallen als zuletzt. Trend dabei ist, geeignete
Kandidaten vermehrt international zu suchen und direkt
anzusprechen. Das sind zentrale Ergebnisse der Marktstudie
„Personalberatung in Deutschland 2009/2010" des
Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater
(BDU) http://www.bdu.de. 2009 ist der Umsatz in der
Personalberatungsbranche um rund 26 Prozent von 1,49
Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 1,1 Milliarden Euro
gesunken.
Rund drei Viertel der Personalberatungsfirmen geben in der
Befragung zur Marktstudie an, dass sie im laufenden Jahr
mit steigenden Umsätzen rechnen. Bei zutreffender
Prognose der Studienteilnehmer würde der Gesamtumsatz der
Branche um elf Prozent auf 1,22 Milliarden Euro ansteigen.
„Die verbesserte Stimmung in Wirtschaft und Industrie
ist spürbar. Und wo die Unternehmen Wachstumsaussichten
sehen, werden auch Führungskräfte und Spezialisten
gesucht", so Dr. Wolfgang Lichius, Vorsitzender des
BDU-Fachverbandes Personalberatung. Ein Umsatzschub wird
besonders aus dem Verarbeitenden Gewerbe sowie dem
Finanzwesen erwartet. Aus Branchen also, die für das
Geschäft der Personalberater besonders wichtig sind, die
im Jahr 2009 aber besonders hart von der Konjunkturkrise
betroffen waren.
Nach Einschätzung der Personalberater entwickelt sich die
Suche nach qualifizierten Kandidaten zunehmend
mehrkanalig. Neben den „klassischen" Methoden der
Direktansprache und der Print- sowie Online-Anzeigen
gewinnen soziale Netzwerke und das Echtzeitweb an
Bedeutung. Gleichwohl warnen Beobachter vor der
Seligsprechung des Web 2.0 für den Personalmarkt:
„Wollen Headhunter den Internet-Tsunami und den
wachsenden Fach- und Führungskräftemangel bestehen,
sollten sie vor allem eins: Bei der Suche und Auswahl
ihrer Kandidaten weniger schematisch vorgehen“,
appelliert beispielsweise Julia Leendertse, Autorin der
WirtschaftsWoche http://www.wiwo.de. Denn genau nach
diesem Schema könnten „auch Maschinen Menschen
aussuchen.“
Natürlich lassen sich Kandidaten über soziale Netzwerke
relativ einfach identifizieren und selektieren.
„Allerdings kann das Netz die individuelle Ansprache und
Überzeugungsarbeit eines erfahrenen Beraters niemals
ersetzen“, erläutert Udo Nadolski, Geschäftsführer
des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services
spezialisierten Beratungshauses Harvey
Nash http://www.harveynash.de in Düsseldorf. Mehr als
die Suche im Web zähle die Abstimmung mit dem suchenden
Unternehmen: „Eine umfassende Definition des
Kandidatenprofils, das Verständnis der zu besetzenden
Position und das Hinterfragen der erforderlichen Soft
Facts oder Soft Skills wie Team-, Konflikt- und
Kritikfähigkeit, Disziplin und Wertschätzung, Motivation
oder Kommunikationsfähigkeit - um nur einige wenige zu
nennen - als Schlüssel zum Erfolg müssen stets im Fokus
stehen.“ Zudem steige die Zahl der digitalen
Karteileichen durch Mehrfach-Registrierungen oder Mangel
an Profil-Pflege, was die Arbeit mit sozialen Netzwerken
erschwere.
Redaktion
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