Die jüngsten Erkenntnisse der deutschen und europäischen Ermittlungsbehörden zeichnen ein unmissverständliches Bild: Inzwischen verursacht die organisierte Kriminalität größere wirtschaftliche Schäden im Bereich der Computertechnologie als im Bereich der Drogendelikte 1. Mit Lösungen weit über eine Firewall hinaus lassen sich geschäftskritischen Daten kontrollieren und schützen.
Unternehmen aller Größen und Branchen verzeichnen nicht
nur immer mehr Angriffe auf ihre Daten, sondern sind auch
einer ständig wachsenden Bandbreite an Attacken
ausgesetzt. Einer der wichtigsten Gründe hierfür ist,
dass sie häufig auf angemessene organisatorische
Strukturen verzichten. Noch immer gilt vielfach die
Annahme, dass Standards wie Firewall- und
Antimalware-Technologien ausreichend wären. Solche
Ansätze wurden bereits vor Jahren entwickelt, um
Infrastrukturen zu schützen. Sie bieten heute und vor dem
Hintergrund der rasanten technologischen Entwicklungen
jedoch nur unzureichenden Schutz für das höchste Gut,
das Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen besitzen:
geschäftskritische Informationen.
Wenn Wettbewerbern etwa Marktbearbeitungsstrategien,
Forschungs- und Entwicklungsergebnisse sowie Kunden- und
Finanzdaten in die Hände fallen, kann das einen
erheblichen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Immer
häufiger gelangen etwa Teile der Datenbestände unbemerkt
außerhalb der unternehmenseigenen Organisation. Damit
sind sie der Kontrolle entzogen und stehen beispielsweise
im Internet frei zur Verfügung oder werden zum Rückkauf
angeboten. Zudem kommt es immer wieder dazu, dass die
Systeme zur Datenspeicherung und -vorhaltung nicht
ausreichend vor unberechtigten Zugriffen durch Mitarbeiter
oder Externe geschützt sind. Das hat mitunter zur Folge,
dass sogar strafrechtlich relevante externe Daten in die
Systeme eingeschleust und dort anonym für den Zugriff
fremder Abnehmer zur Verfügung gestellt werden.
Plötzlich stehen dann Beamte des Bundes- oder
Landeskriminalamt am Firmentor der nichtsahnenden
Geschädigten – die geschockt sind. „Um dann
angemessen zu reagieren oder besser gar nicht erst in
diese Situation zu geraten, sollten Unternehmen nicht
ausschließlich auf neue Sicherheitstechnologien und
-Produkte setzen“, so Alexander Krist,
IT-Sicherheitsexperte bei der circular Informationssysteme
GmbH in Stuttgart. „Viel wichtiger ist es, gemeinsam mit
dem IT-Dienstleister die eigene Lage genau zu analysieren,
eine sichere Strategie zu entwickeln und auch die
Mitarbeiter zu schulen sowie für Gefahrenquellen zu
sensibilisieren.“
_______________________________________________________ 1 In der 2010 erschienen Studie „Wirtschaftskriminalität – Bundeslagebild 2009“ schlüsselt das Bundeskriminalamt Fallzahlen zur Wirtschaftskriminalität auf.



