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Amtsgericht Dresden bestätigt Insolvenzplan:

Waggonbau Niesky gerettet

20.05.2008

In der Gläubigerversammlung der WBN Waggonbau Niesky GmbH haben am Dienstag alle neun Gläubigergruppen dem von Rechtsanwalt Jörg Spies von der PKL Keller Spies Partnerschaft aus Dresden vorgelegten Insolvenzplan zugestimmt. Damit sind rund 250 Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region vorerst gesichert. „Erstmals engagiert sich hier mit der DB Fahrzeuginstandhaltung ein Konzernunternehmen im Zuge eines Insolvenzplanverfahrens als neuer Gesellschafter in einem Unternehmen“, sagte Spies, der als Insolvenzexperte vor Verfahrensbeginn in die Geschäftsführung eingetreten war. Durch diesen Schritt wurde es möglich, das Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung der Geschäftsleitung durchzuführen. „Innerhalb von nur vier Monaten haben wir die Waggonbau Niesky saniert und die notwendige Restrukturierung eingeleitet“, betonte der Dresdner Rechtsanwalt.


Insolvenzplanverfahren schützt Arbeitsplätze und Gläubiger
Die WBN Waggonbau Niesky ist einer von fünf wesentlichen in Europa verbliebenen Güterwagenherstellern und hat Verträge mit namhaften Eisenbahnunternehmen. Das Unternehmen produziert mit 250 Mitarbeitern offene und gedeckte Güterwagen am Standort Niesky. In Schieflage geriet die WBN, weil sie aufgrund des erheblichen Preisdrucks in der Branche keine Preisanpassungs-Klauseln in die Verträge einbauen konnte. Unter anderem durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise entstanden so existenzgefährdende Verluste. Um eine Firmenpleite zu verhindern, eröffnete das Amtsgericht Dresden am 1. Januar 2008 das sogenannte Insolvenzplanverfahren und ordnete eine Eigenverwaltung an. Diese besondere Form der Unternehmenssanierung erlaubt es der bestehenden Geschäftsführung, innerhalb kürzester Zeit Restrukturierungsmaßnahmen vorzunehmen, Verbindlichkeiten abzubauen und Verträge neu zu gestalten. Einzige Voraussetzung ist, dass ein Insolvenzexperte in die Geschäftsführung eintritt und die eingeleiteten Maßnahmen kontrolliert.

„Der Plan sieht für die WBN vor, dass die Gläubiger innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach Rechtskraft eine sichere Quote von 6,4 Prozent erhalten – mit der Aussicht auf eine zusätzliche Zahlung“, erläuterte Jörg Spies. Damit stellen sich die mehr als 800 Gläubiger wirtschaftlich besser als bei einer üblichen Insolvenz – bei der sie im Fall der WBN lediglich 2,75 Prozent erhalten hätten. Darüber hinaus vermeidet das Insolvenzplanverfahren zusätzliche Kosten, die bei einer Abwicklung des Unternehmens entstehen würden, da es auf die Wiederherstellung der Ertragskraft des insolventen Unternehmens zielt.


Über PKL Keller Spies Partnerschaft, Dresden
Die Kanzlei ist spezialisiert auf Insolvenzverwaltungen und Unternehmenssanierungen. Sie betreut durch Rechtsanwalt Jörg Spies sowie weitere drei Verwalter zahlreiche Verfahren und ist insbesondere im Bereich der Insolvenzplanerstellung aktiv. PKL beschäftigt rund 50 Mitarbeiter an den Standorten Dresden, Hannover, Leipzig, Erfurt und Bautzen.



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