In der Gläubigerversammlung der WBN Waggonbau Niesky GmbH haben am Dienstag alle neun Gläubigergruppen dem von Rechtsanwalt Jörg Spies von der PKL Keller Spies Partnerschaft aus Dresden vorgelegten Insolvenzplan zugestimmt. Damit sind rund 250 Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region vorerst gesichert. „Erstmals engagiert sich hier mit der DB Fahrzeuginstandhaltung ein Konzernunternehmen im Zuge eines Insolvenzplanverfahrens als neuer Gesellschafter in einem Unternehmen“, sagte Spies, der als Insolvenzexperte vor Verfahrensbeginn in die Geschäftsführung eingetreten war. Durch diesen Schritt wurde es möglich, das Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung der Geschäftsleitung durchzuführen. „Innerhalb von nur vier Monaten haben wir die Waggonbau Niesky saniert und die notwendige Restrukturierung eingeleitet“, betonte der Dresdner Rechtsanwalt.
Insolvenzplanverfahren schützt
Arbeitsplätze und Gläubiger
Die WBN Waggonbau Niesky ist einer von fünf wesentlichen
in Europa verbliebenen Güterwagenherstellern und hat
Verträge mit namhaften Eisenbahnunternehmen. Das
Unternehmen produziert mit 250 Mitarbeitern offene und
gedeckte Güterwagen am Standort Niesky. In Schieflage
geriet die WBN, weil sie aufgrund des erheblichen
Preisdrucks in der Branche keine Preisanpassungs-Klauseln
in die Verträge einbauen konnte. Unter anderem durch die
stark gestiegenen Rohstoffpreise entstanden so
existenzgefährdende Verluste. Um eine Firmenpleite zu
verhindern, eröffnete das Amtsgericht Dresden am 1.
Januar 2008 das sogenannte Insolvenzplanverfahren und
ordnete eine Eigenverwaltung an. Diese besondere Form der
Unternehmenssanierung erlaubt es der bestehenden
Geschäftsführung, innerhalb kürzester Zeit
Restrukturierungsmaßnahmen vorzunehmen, Verbindlichkeiten
abzubauen und Verträge neu zu gestalten. Einzige
Voraussetzung ist, dass ein Insolvenzexperte in die
Geschäftsführung eintritt und die eingeleiteten
Maßnahmen kontrolliert.
„Der Plan sieht für die WBN vor, dass die Gläubiger innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach Rechtskraft eine sichere Quote von 6,4 Prozent erhalten – mit der Aussicht auf eine zusätzliche Zahlung“, erläuterte Jörg Spies. Damit stellen sich die mehr als 800 Gläubiger wirtschaftlich besser als bei einer üblichen Insolvenz – bei der sie im Fall der WBN lediglich 2,75 Prozent erhalten hätten. Darüber hinaus vermeidet das Insolvenzplanverfahren zusätzliche Kosten, die bei einer Abwicklung des Unternehmens entstehen würden, da es auf die Wiederherstellung der Ertragskraft des insolventen Unternehmens zielt.
Über PKL Keller Spies
Partnerschaft, Dresden
Die Kanzlei ist spezialisiert auf Insolvenzverwaltungen
und Unternehmenssanierungen. Sie betreut durch
Rechtsanwalt Jörg Spies sowie weitere drei Verwalter
zahlreiche Verfahren und ist insbesondere im Bereich der
Insolvenzplanerstellung aktiv. PKL beschäftigt rund 50
Mitarbeiter an den Standorten Dresden, Hannover, Leipzig,
Erfurt und Bautzen.



