Köln/Düsseldorf, 27. Oktober 2009 - Es war ein
Dienstag, kein Freitag, als die Börsen der Welt
endgültig zusammenbrachen. Am 29. Oktober jährt sich der
so genannte Schwarze Dienstag zum 80. Mal. Drei Jahre lang
fielen überall die Kurse. Im Herbst 1929 nahm eine
Wirtschaftskrise ihren Anfang, die später als die Große
Depression der 30er Jahre in die Geschichtsbücher
einging. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise weist
einige Parallelen zu dieser Zeit auf.
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
http://www.iwkoeln.de hat zehn Punkte, die die vergangenen
Krisen kennzeichneten, mit der heutigen Lage verglichen.
Die Erholung der hiesigen Wirtschaft gefährden demnach
durchaus ähnliche Faktoren: eine drohende Kreditklemme,
fehlgesteuerte Banken, wegen der schlechten Ertragslage
schwache Unternehmensbilanzen und geringere
Investitionsmöglichkeiten sowie der aufkeimende Ruf nach
Protektionismus gehören dazu. So habe das
Forschernetzwerk Global Trade Alert (GTA)
http://www.globaltradealert.org seit November 2008 trotz
anders lautender Beteuerungen 125 offen protektionistische
Maßnahmen in G20-Ländern verzeichnet. Die
Bundesregierung sollte nach Ansicht des Kölner Instituts
daher in naher Zukunft beispielsweise das Bad-Bank-Gesetz
und die Unternehmensbesteuerung nachbessern und sich
entschieden gegen neue Handelsbarrieren stellen. Für
Deutschland mit seiner Exportquote von 47 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts sei eine Entwicklung hin zu mehr
Protektionismus gefährlich. „Protektionismus verspricht
natürlich in der Krise eine kurzfristige Entlastung. Aber
jeder, der Wettbewerb und freien Handel an die Leine legen
will, der stranguliert auch die Wachstumsaussichten“,
warnt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer
Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de.
„In abgeschotteten Märkten werden Innovationskräfte
eingeschläfert, und mit ihnen die Zukunftsfähigkeit
unserer Wirtschaft“, so seine Überzeugung.
„Zölle, Einfuhrbeschränkungen und sonstige Schutzmaßnahmen für ‚National Champions’ haben in der globalen Weltwirtschaft nichts zu suchen“, fordert auch der frühere Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff in einem Kommentar für Welt Online http://www.welt.de mit Blick auf die protektionistischen Einzelaktionen von US-Präsident Barack Obama. Dabei ging es aktuell um Einfuhrzölle für Reifen aus China. Lambsdorff sieht dadurch auch die Vorreiterfunktion des US-Präsidenten innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) gefährdet. „Er gibt ein schlechtes Beispiel für andere Staaten und den Weltmarkt, er fordert das gerade in der WTO befriedete China zu harten Reaktionen heraus und gefährdet die Vorschußlorbeeren in Bezug auf seine Qualitäten Leadership und internationale Verantwortung.“ Für ihn steht fest: „Antidumpingmaßnahmen, Ausgleichszölle und sonstige Schutzvorkehrungen in konjunkturellen Abschwungphasen bringen gar nichts. Gerade in der Finanz- und Wirtschaftskrise sollte diese Abwärtsspirale in den Köpfen der Verantwortlichen sein.“
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