Demnach wollen neun Prozent der 1.003 befragten Firmen im dritten Quartal 2009 der Krise zum Trotz neue Mitarbeiter einstellen. Elf Prozent wollen sich von Beschäftigten trennen. Mit einem Gesamtwert von -2 Prozent schlägt das Pendel des Netto-Beschäftigungsausblicks damit in die negative Richtung aus. Ursache sind die schlechten Perspektiven des produzierenden Gewerbes, das stark unter dem Konjunktureinbruch leidet. Dagegen senden die Arbeitgeber aus sechs von neun erfassten Wirtschaftsbereichen positive Signale: Land- und Forstwirtschaft, das Baugewerbe, der Finanzsektor, Bergbau, öffentliche Hand und Soziales sowie Verkehr und Kommunikation.
Die Prognose für das dritte Quartal betrachtet Christian Salge als Mitglied der Geschäftsleitung von Manpower Deutschland, unter zwei Aspekten. „Erstens: Die Konjunkturprogramme greifen offenbar. Sie bremsen einen deutlicheren Rückgang der Einstellungsbereitschaft und setzen Impulse. Dies lässt hoffen, dass die Talsohle bald erreicht ist.“ Zweitens „nehme ich aus Kundengesprächen mit, dass Personalentscheider derzeit kaum Ambitionen hegen, die Zahl der Stammmitarbeiter aufzustocken. Stattdessen wollen die Firmen für die Phase des Aufschwungs auf Zeitarbeit vertrauen, um sich Flexibilität und Fachkräfte zu sichern.“ Diese Tendenz werde über die erste Phase eines Aufschwungs hinaus anhalten.
Sechs Branchen gewinnen
Das Arbeitsmarktbarometer gibt erneut die uneinheitliche Entwicklung der Wirtschaftsbereiche wider. In der Industrie geht die Einstellungsbereitschaft deutlich zurück. Der im Arbeitsmarktbarometer prognostizierte Wert von -16
Prozent ist der niedrigste unter den befragten Branchen. Ebenfalls gesunken (-12 Prozent) ist das Interesse an Neueinstellungen im Bereich Handel und Hotellerie. Im Unterschied dazu sehen der Bergbau (+11 Prozent) sowie die Land- und Forstwirtschaft (+9 Prozent) die Personalentwicklung weiterhin positiv. Zu dieser Gruppe gehört auch das Baugewerbe (+5 Prozent). In den Bereichen Bau sowie Land- und Forstwirtschaft tragen vermutlich die mit den Konjunkturprogrammen verbundenen öffentlichen Aufträge zur optimistischen Einschätzung bei.
Die Einstellungsbereitschaft der Finanzbranche fällt mit +3 Prozent ebenfalls positiv aus, was auf eine langsame Erholung hindeutet. Im Bereich öffentliche Hand und Soziales (+9 Prozent) spiegelt sich offenbar auch der Bedarf an Pflegefachkräften in Kliniken und Heimen wider. Christian Salge kündigte ein verstärktes Engagement von Manpower in Spezialmärkten an. „Für uns ist jetzt an der Zeit, in Berufe mit Zukunft zu investieren. Wachstumspotenzial sehen wir unter anderem im Sektor erneuerbare Energien, aber vor allem im Gesundheitsbereich und bei den Banken“, sagte er. In diesen beiden Märkten ist Manpower Deutschland bereits mit der Unternehmenseinheit „Care“ und seiner Tochterfirma Bankpower präsent. Manpower wird die Markterschließung über die private Personalvermittlung, das zweite Manpower Standbein neben der Arbeitnehmerüberlassung, vorantreiben.
Finanzplatz Frankfurt ragt heraus
Das Arbeitsmarktbarometer für das dritte Quartal 2009 prognostiziert für sieben von acht Regionen Deutschlands eine negative Einstellungsbereitschaft. Stark eingetrübt hat sich das Klima vor allem im Ruhrgebiet (-13 Prozent) und in Ostdeutschland (-9 Prozent). Erstmals seit Jahren verzeichnen München (-3 Prozent) und der Süden (-2 Prozent) negative Werte. Ein Hinweis, dass die aktuellen Probleme der in diesen Regionen stark vertretenen Automobil- und Maschinenbauer die Überlegungen der Personaler beeinflussen.
Ganz anders ist die Stimmung in Frankfurt. Mit +19 Prozent erreicht der Finanzplatz nicht nur den einzigen positiven Wert, sondern zudem den höchsten seit sechs Jahren überhaupt. Grund dürfte zum einen die wirkungsvolle Unterstützung der Bundesregierung für die Banken sein, zum anderen gilt
Frankfurt im Unterschied zu anderen Finanzmetropolen als relativ stabil. Hintergrund ist unter anderem der Aufbau des deutschen Finanzsystems, der sich stark von dem des angelsächsischen Raums unterscheidet.
Ausblick international
Für das aktuelle Arbeitsmarktbarometer wurden Personalentscheider in 34 Ländern und Regionen befragt. Im dritten Quartal 2009 deuten die Daten auf eine gemischte Stimmung hin: In der weltgrößten Volkswirtschaft, den USA, bleibt die Entwicklung stabil. Während für 22 Staaten und Regionen eine rückläufige Einstellungsbereitschaft prognostiziert wird, verzeichnen elf Staaten positive Werte. Dies stimmt Jeffrey A. Joerres, CEO von Manpower Inc., zuversichtlich: „Möglicherweise liegt das Schlimmste hinter uns.“
Zum Manpower Arbeitsmarktbarometer:
Das Manpower
Arbeitsmarktbarometer ist unter dem Namen Manpower
Employment Outlook Survey seit mehr als 45 Jahren ein
international anerkannter Indikator zur Einschätzung der
zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung.
Die vierteljährlich durchgeführte Studie misst
repräsentativ die Erwartungshaltung von Arbeitgebern zur
Beschäftigungslage ihres eigenen Unternehmens in Bezug
auf das nächstfolgende Quartal. Die Ergebnisse werden
aufgeschlüsselt nach Branchen und Regionen und finden
weltweit Beachtung bei Ökonomen, Arbeitsmarktexperten und
Finanzanalysten.
Für den Erfolg und die Bedeutung der Studie sind
verschiedene Faktoren verantwortlich:
• Alleinstellung: Weltweit existiert keine in Größe,
Fokus und Langlebigkeit vergleichbare Analyse.
• Zukunftsfokussierung: Das Manpower
Arbeitsmarktbarometer ist die weltweit umfangreichste
vierteljährlich vorausblickende Studie in Bezug auf den
Arbeitsmarkt. Die Zielgruppe wird nach ihrer Prognose für
das jeweils folgende Quartal befragt. Andere vergleichbare
Studien leiten sich meist aus rückblickenden Daten ab.
• Vergleichbarkeit: Seit 1962 baut die Studie auf einer
einzigen Frage auf: „Wie schätzen Sie die
Beschäftigungslage an Ihrem Unternehmensstandort bis zum
Ende der folgenden drei Monate im Vergleich zum jetzigen
Quartal ein?“
Der Ergebnisvergleich über einen längeren Zeitraum
lässt zahlreiche gesamtwirtschaftliche Rückschlüsse zu.
Gültigkeit
Das Manpower Arbeitsmarktbarometer ist eine validierte
Studie auf Basis international höchster
Marktforschungsstandards und garantiert eine weltweit
einheitliche Methodik und Richtigkeit der Daten. So werden
vierteljährlich vom internen Forschungsteam Manpower und
der Infocorp. Research Ltd. rund 71.000 Interviews mit
privaten und öffentlichen Arbeitgebern aus derzeit 33
Ländern und Regionen durchgeführt.
Die Studie ist repräsentativ für jedes Land und erlaubt
verlässliche Detailanalysen, bezogen auf Länder,
Regionen und Branchen. Grundsätzlich rekrutieren sich die
Befragten nicht aus dem Kundenstamm von Manpower. Die
maximale Abweichung für alle regionalen, nationalen und
globalen Daten beträgt +/-3,9%.
Abweichung
Für Deutschland wird die Studie von der
Marktforschungsgruppe der Right Management Consultants,
einem eigenständig agierenden Unternehmen von Manpower
Inc., bei mehr als 1.000 Unternehmen bundesweit
durchgeführt. Mit dieser Anzahl der Befragten gilt die
Studie als repräsentativ. Die maximale Abweichung für
Deutschland beträgt +/-3,1%.
Das Manpower Arbeitsmarktbarometer für das 4. Quartal
2009 wird am 8. September 2009 veröffentlicht.
Zusätzlich stehen die Ergebnisse dann unter
www.manpower.de zum Download bereit.
Unternehmenskontakt:
Manpower GmbH & Co. KG
Personaldienstleistungen
Thomas Engeroff
Kurt-Schumacher-Straße 31
60313 Frankfurt
T: +49 (69) 15303-756
F: +49 (69) 15303-222
E: engeroffthomas@manpower.de
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